Es geht um mehr als Geld

 

Es geht um viel mehr als nur Geld. Außerordentlicher Ärztetag zur GOÄ-Reform

Die Gebührenordung für Ärzte GOÄ ist in den letzten Phasen der Fertigstellung. Nach Jahren der Entwicklung eigentlich ein Grund zur Freude.  Moderne Ziffern, die auch endlich Schritt halten mit dem erweiterten Diagnostikspektrum.
Trotzdem regt sich ein Unbehagen in weiten Teilen der Ärzteschaft. Die Einen mahnen die letzte Chance auf eine zeitnahe Reform. Viele Kollegen sehen aber noch deutlichen Reformbedarf.

 

Ist der aktuelle GOÄ Entwurf wirklich der derzeit beste Entwicklungsstand der erreichbar ist?

Ist der Entwurf wirklich gelungen?


Die systematische Annäherung der GOÄ an den EBM der Kassenmedizin empfinden viele als deutliche Einschränkung der beruflichen Freiheit und gewollte Leistungskürzung. Eine GOÄ Kalkulation auf betriebswirtschaftlicher Basis könne so nicht mehr stattfinden. Dies sei ja schon beim EBM passiert.  Weiterhin sehen die Kritiker den steigenden Einfluss der Privatversicherer in den GOÄ-Verhandlungs- und Entwicklungsgremien skeptisch.

Sie befürchten, dass dadurch keine leistungsgerechte Gebührenordnung entsteht, sondern nur eine kostenfreundliche.
Der bislang intransparente Entwicklungsprozess hinter verschlossenen Türen hat dem neuen GOÄ- Entwurf ebenfalls viel Kritik eingebracht.


Der Ruf nach einem außerordentlichen Ärztetag ist somit die logische Konsequenz vorangegangener Kommunikationsdefizite.


Den GOÄ–Kritikern geht es vor allem um den Erhalt der Gestaltungsfreiheit innerhalb eines freien Berufes. Es ist ein Grundmerkmal beruflicher Freiheit die eigenen Leistungen und Werte souverän verhandeln zu können. Eine Schwächung des ärztlichen Verhandlungsmandates wird langfristig nicht nur beim Geld stehen bleiben.


Es ist falsch den außerordentlichen Ärztetag nur am Geld zu messen.

Es geht um viel mehr:


Die Eigenständigkeit und Freiheit eines unabhängigen Berufes droht eingeschränkt zu werden.
Die Eingriffe in die Subsidarität der Verhandlungspartner und die ersten Schritte in staatliche gelenkte und kontrolliert Bahnen, sind für einen freien Beruf nicht hinnehmbar.


Mehr Transparenz der aktuellen Inhalte und ein stärkeres ärztliches Verhandlungsmandat sind die nötigen Schritte um die berufseigene Gebührenordnung wieder zur Arztsache zu machen.

 

zur Kontroverse:

http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904474?nlid=96963_3122


TCS

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